Fragen & Antworten
...rund um das GeoLaB-Projekt
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Geoenergie ist ein bedeutender Baustein im globalen Wandel hin zu einer klimaneutralen Energieversorgung. Die Geothermie spielt hierbei eine Schlüsselrolle, da sie – anders als Wind- oder Solarenergie – ohne großen Flächenbedarf auskommt, unabhängig von Wind und Wetter ist und Speichermöglichkeiten bietet. Die größte und bisher fast ungenutzte Energiequelle liegt dabei im Grundgebirge aus kristallinem Gestein. Um diese Energiequelle sicher und nachhaltig zu nutzen und in die Wärmeversorgung zu integrieren, ist umfassende Forschung notwendig.
Wie immer bei der Erforschung eines komplexen Themas erfordert auch die Weiterentwicklung der Geothermie einen langen Atem und die Zusammenarbeit vieler Forschungsteams – ähnlich wie die Photovoltaik-Technologie, die über Jahrzehnte hinweg durch kontinuierliche Forschung und Verbesserungen zu einer effizienten und weit verbreiteten erneuerbaren Energiequelle geworden ist. Unterschiedliche Forschungsteams gehen oft mit verschiedenen Herangehensweisen und Ideen an die Fragestellungen heran. Jedes Team trägt durch seine Arbeit dazu bei, dass am Ende innovative Lösungen entstehen.
Das Forschungsprojekt GeoLaB ist Teil einer international vernetzten Forschungslandschaft, die durch den ständigen Austausch von Erkenntnissen große Fortschritte ermöglicht. Deutschland kann dabei eine Vorreiterrolle einnehmen und wichtige Beiträge leisten zur Nutzung der enormen Energiemenge, die tief im kristallinen Gestein verborgen liegt.
Neben dem ökologischen Nutzen birgt die großflächige Nutzung von Geothermie auch wirtschaftliches Potenzial, indem neue Arbeitsplätze geschaffen, Fachkräfte ausgebildet und Wertschöpfungsketten aufgebaut werden können. Die GeoLaB-Forschung spielt somit nicht nur eine wichtige Rolle für die Wärmewende, sondern kann auch zur wirtschaftlichen Entwicklung Deutschlands beitragen.
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Heißes, kristallines Gestein liegt oft mehrere Kilometer tief unter der Erde verborgen und ist der Wissenschaft kaum zugänglich. Entlang der Ränder des Oberrheingrabens tritt im Schwarzwald und im Odenwald kristallines Gestein an die Oberfläche. In diesen Regionen kann man das Gestein daher besonders gut erforschen. Im geplanten Forschungslabor lassen sich Prozesse, die normalerweise tief verborgen in großen Tiefen ablaufen, leichter beobachten.
Das GeoLaB-Team geht davon aus, dass die Tromm-Region im Odenwald aus geowissenschaftlicher Sicht als Standort besonders geeignet ist. Die infrastrukturellen Voraussetzungen sind gut und politische Rahmenbedingungen stimmen. Neben diesen Voraussetzungen sind die geowissenschaftlichen Anforderungen essentiell für die Entscheidung, ob die Tromm der richtige Standort für GeoLaB ist.
Ob der Untergrund tatsächlich die geowissenschaftlichen Anforderungen für ein Forschungslabor erfüllt, wird derzeit sorgfältig geprüft. In der laufenden Erkundungsphase wird deshalb den Untergrund mit umfangreichen geologischen, geophysikalischen und hydrogeologischen Messungen untersucht. Auf dieser Grundlage wird entschieden, ob die Tromm tatsächlich als Forschungsstandort geeignet ist.
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Es geht bei GeoLaB um übertragbare Erkenntnisse für die Nutzung von Geothermie im kristallinen Grundgebirge. GeoLaB liefert ein wichtiges Puzzleteil für die Weiterentwicklung der klimaschonenden Energiegewinnung aus tiefer Geothermie. Die dort gewonnenen Ergebnisse leisten einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung von Erschließungskonzepten und Technologien für Tiefengeothermieanlagen im kristallinen Gestein.
GeoLaB ist ein untertägiges Forschungsprojekt und kein großmaßstäbiges Geothermie-Kraftwerk. Es erforscht die Tiefengeothermie im kristallinen Gestein. Daher wird vor Ort auch kein Kraftwerk errichtet und folglich keine direkte Strom- oder Wärmenutzung möglich sein.
Der Odenwald eignet sich nach heutigem Stand der Technologie nicht für ein geothermisches Kraftwerk – solche Anlagen sind eher im Oberrheingraben oder in anderen Regionen sinnvoll. Deshalb entsteht der Tromm-Region kein unmittelbarer Nutzen im Sinne einer direkten tiefengeothermischen Wärmenutzung. Eine zuverlässige Grundlast-Stromerzeugung, die auch während einer „Dunkelflaute“ im Winter Strom erzeugt, kommt allerdings ganz Deutschland zu Gute, auch dem Odenwald.
Die Tromm-Region könnte indirekt auf verschiedenen Wegen vom GeoLaB-Projekt profitieren, beispielsweise indem das GeoLaB-Team seine Fachkenntnisse teilt, um die Wärmeplanung der Gemeinden zu unterstützen. Des Weiteren könnten 3D-Modelle und GIS-Daten der Tromm geteilt und die Sichtbarkeit der Region durch eine renommierte Forschungseinrichtung erhöht werden. Schon jetzt werden Wasserdaten für die Arbeit der Wasserversorger und Wassermeister bereitgestellt.
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Diese Frage können wir in der aktuellen Aufsuchungsphase von GeoLaB noch nicht beantworten. Die Ergebnisse aller Untersuchungen der Aufsuchungsphase werden in einem wissenschaftlichen Standortgutachten zusammengefasst. Die Entscheidung über die geologische Eignung der Tromm-Region ist für das späte Frühjahr 2026 geplant. Dann werden die Weichen für die nächste Phase, die Planungs- und Genehmigungsphase, gestellt, in der unter anderem der Verlauf des Stollens geplant und ein Standort für den Stolleneingang gesucht werden.
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GeoLaB ist ein Projekt der Helmholtz-Gemeinschaft, der größten deutschen Forschungsorganisation. Das Projekt GeoLaB wird mit rund 35 Millionen Euro vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) gefördert. 15 Millionen Euro steuert die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) bei.
Mit diesem Geld werden die Aufsuchungsphase und die Errichtung von GeoLaB finanziert. Die Forschung in GeoLaB erfolgt projektbasiert durch unterschiedliche öffentliche Förderungen.
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Tatsächlich gibt es in Europa und weltweit bereits mehrere Untertage-Forschungslabore. Die Labore haben unterschiedliche Forschungsziele und verfolgen diese in verschiedenen Gesteinen.
Die meisten Untertage-Labore in Europa dienen der Erforschung der Endlagerung radioaktiver Abfälle. Hierzu zählen bekannte Untertagelabore wie Grimsel und Mont Terri in der Schweiz oder Äspö in Schweden. Für die Geothermie gab es bis vor Kurzem noch kein spezifisches Untertagelabor. Die Tiefe Geothermie im Kristallin wurde bisher vor allem durch Forschungsprojekte wie Soultz-sous-Forêts in Frankreich oder Utah FORGE weiterentwickelt. Dabei werden Pilotanlagen direkt im tiefen Reservoir genutzt. Eine direkte Beobachtung der ablaufenden Prozesse in mehreren Kilometern Tiefe ist dort jedoch nur sehr eingeschränkt möglich. Diese ist aber wichtig für ein besseres Verständnis.
Um die Forschung in Deutschland und im kristallinen Gestein voranzubringen, braucht es ein Untertage-Labor speziell für die Geothermieforschung. Erfahrungen aus bestehenden und ehemaligen petrothermalen Tiefengeothermieprojekten unterstreichen diesen Forschungsbedarf zusätzlich. Diese Forschung lässt sich nicht in einem beliebigen anderen Labor durchführen, da sich die für die Tiefengeothermie wichtigen Prozesse nur unter passenden Bedingungen untersuchen lassen. Ein speziell dafür eingerichtetes Untertage-Labor macht es möglich, diese Vorgänge direkt im Untergrund zu beobachten und besser zu verstehen.
Das Bedretto-Untertagelabor in der Schweiz ist das erste Felslabor, das sich gezielt der Geothermie-Forschung widmet. Dennoch lassen sich auch dort nicht alle Fragen untersuchen. GeoLaB soll diese Forschung substanziell ergänzen und neue Einblicke ermöglichen – vor allem für Geothermie im kristallinen Grundgebirge und unter geologischen Bedingungen, wie sie in Deutschland und anderen Teilen Europas vorkommen.
Die Forschung allgemein lebt von der Zusammenarbeit, dem Austausch und dem Transfer von Erkenntnissen und Wissen aus verschiedenen Projekten. Das GeoLaB-Team ist im ständigen Austausch mit den Teams anderer Untertagelabore und petrothermalen Pilotprojekten weltweit. Forschungsarbeiten von mehreren Teams in unterschiedlichen Laboren erhöhen zudem die Geschwindigkeit der Technologieentwicklung und – besonders wichtig – auch die Sicherheit einer neuen Technologie.
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Die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) ist in der Aufsuchungs- und Errichtungsphase als Kooperationspartner beteiligt, um Erfahrung im Aufbau von Untertageinfrastrukturen zu sammeln. Die Beteiligung der BGE an GeoLaB endet mit der Inbetriebnahme des Forschungslabors. Am konkreten GeoLaB Standort wird kein Endlager errichtet werden. Der gesetzlich geregelte Auswahlprozess für ein Endlager verläuft unabhängig von der Grundlagenforschung der BGE mit GeoLaB.
Weitere Informationen: BGE-Einstufung zur Endlagersuche
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Auszug aus dem Endlagersuche-Navigator der BGE mit dem Erkundungsgebiet von GeoLaB und dem GeoLaB-Bohrplatz
Die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) hat am 3.11.2025 die neuen Arbeitsstände zur Endlagersuche veröffentlicht. Im GeoLaB-Erkundungsgebiet haben sich Änderungen ergeben.
In der aktualisierten Bewertung wurde der Tromm-Rücken (vor allem Gemarkung Grasellenbach und Wald-Michelbach) der Kategorie C zugeordnet – also als Gebiet mit keiner oder geringer Eignung für eine sichere Endlagerung eingestuft.
Welche Informationen kann man aus der Karte der BGE ziehen?
Der Auszug aus dem Endlagersuche-Navigator der BGE (s. Karte oben) zeigt: Das Erkundungsgebiet von GeoLaB liegt fast vollständig in Bereichen, die bei der Endlagersuche nicht weiter betrachtet werden. In der Karte erkennt man das gut, wenn man den GeoLaB-Bohrplatz, von dem aus die Erkundungsbohrungen durchgeführt wurden, und den Bereich der GeoLaB-Erkundungen in die Karte einzeichnet. Beide liegen fast ausschließlich in gelben (Kategorie C) oder hellgrauen Bereichen (von der Suche ausgeschlossen). Beide Farben bedeuten: Diese Bereiche wurden als ungeeignet eingestuft.
Der im Westen angrenzende Bereich, der hauptsächlich das Weschnitz-Tal umfasst, bleibt hingegen Teil eines Gebietes, das weiterhin im Auswahlverfahren ist (türkis). Die BGE untersucht dieses Gebiet in weiteren Prüfschritten hinsichtlich seiner Eignung für eine sichere Endlagerung und bewertet es dabei anhand zusätzlicher Kriterien. Dabei können laut Navigator "Bereiche auch zukünftig noch den Kategorien D oder C zugeordnet werden". Das BGE-Standortauswahlverfahren
Was heißt das in Bezug auf GeoLaB?
GeoLaB und die Endlagersuche sind zwei komplett unabhängige Prozesse.
- Die Endlagersuche für die sichere Lagerung von Atommüll für 1 Mio. Jahre läuft bundesweit nach strengen, einheitlichen Kriterien ab.
- Bisher werden die Teilgebiete von der BGE nur rein geologisch, ohne weitere planerische oder wirtschaftliche Aspekte betrachtet.
- Das GeoLaB-Team von KIT, GFZ, UFZ und der TU Darmstadt hat keinen Einblick in die Daten der BGE und ist nicht an der Auswahl von Endlagerstandorten beteiligt.
GeoLaB untersucht nur einen kleinen Bereich der Tromm und zwar mit dem Ziel, ein Forschungslabor für tiefe Geothermie aufzubauen. Dafür sucht es Bereiche mit Klüften.
Die von GeoLaB im Tromm-Bereich gewonnenen Daten gelten ausschließlich für diesen erkundeten Bereich. Denn das Weschnitz-Tal unterscheidet sich geologisch von der Tromm. (Unter der Tromm liegt der Tromm-Pluton, unter dem Weschnitz-Tal der Weschnitz-Pluton - das sind zwei unterschiedliche Gesteinskörper.) Daten, die im Trommgebiet gewonnen werden, lassen sich deshalb aus wissenschaftlicher Sicht nicht auf den türkisenen Bereich des Weschnitz-Tals übertragen.
Die GeoLaB-Erkundungsdaten könnten – wie alle in Deutschland erhobenen Geodaten – von der BGE im Rahmen der Endlagersuche verwendet werden. Sie wurden aber aufgrund der unterschiedlichen Zeitpläne der Prozesse nicht von der BGE berücksichtigt – weder für die Kategorisierung des gelben noch des türkisenen Bereichs im Kartenausschnitt.
Fakt ist also: Die während der GeoLaB-Erkundung gewonnenen Daten beziehen sich auf Bereiche, die von der BGE schon als ungeeignet bewertet wurden (gelbes und hellgraues Gebiet). Und sie erlauben aus wissenschaftlicher Sicht keine Rückschlüsse auf das westlich angrenzende Gebiet (türkis).
Und ganz wichtig: Eine Umwandlung des geplanten Geothermie-Forschungslabors in ein Endlager ist nach wie vor gesetzlich ausgeschlossen. Zudem spricht nun ein weiterer Punkt gegen die vielfach befürchtete Umwandlung von GeoLaB in ein Endlager: Die BGE hat den Tromm-Rücken als für die Endlagerung nicht geeignet eingestuft.
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Der Genehmigungsprozess verläuft als mehrstufiger Prozess im Rahmen des Bundesberggesetzes (BbergG) mit schrittweiser Einzelzulassung. Prüfungen und Genehmigungen erfolgen durch die Hessische Bergaufsicht (RP Darmstadt / Abteilung Umwelt Wiesbaden / Dezernat IV/Wi 44 Bergaufsicht).
Am 15.02.2024 wurde dem KIT die Aufsuchungserlaubnis für das Erlaubnisgebiet Tromm erteilt.
Dabei handelt es sich lediglich um das grundlegende Recht, in einem festgelegten Gebiet einen bestimmten Rohstoff aufsuchen zu dürfen. Es werden dem Inhaber der Aufsuchungserlaubnis noch keine technischen Maßnahmen gestattet. Mit ihr verbunden ist ein Arbeitsprogramm, das der geologischen Erkundung des Erlaubnisgebietes dient.
Im Juli 2024 wurde die bergrechtliche Betriebsplanzulassung für die Erkundung beantragt und im September 2024 genehmigt. Diese Zulassung beinhaltet die Beantragungen von Seismik-Kampagnen, geophysikalischen Untersuchungen wie Geoelektrik, Geomagnetik und Gravimetrie, zwei Erkundungsbohrungen sowie hydrogeologische Beobachtungsmessungen.
Im Rahmen des Verfahrens hört die Hessische Bergaufsicht Fachbehörden und die Träger öffentlicher Belange (u.a. die betroffenen Gemeinden, aber auch Naturschutzverbände) an. Die Gemeinden sind zur Abgabe einer Stellungnahme berechtigt. Das Zulassungsverfahren beinhaltet u.a. die Prüfung der Zuverlässigkeit und vorhandener Fachkenntnisse des Betreibers, die Prüfung nach dem Wasserrecht, dem Imissionsschutzrecht (zu möglichen Lärm- und Schadstoffbelastungen) und dem Naturschutzrecht. Die Hessische Bergaufsicht erstellt und veröffentlicht den Zulassungsbescheid.
Fällt die Prüfung für den Standort Tromm positiv aus, startet ab 2026 die Planungs- und Genehmigungsphase im GeoLaB-Projekt: Umfangreiche Planungen und hierzu notwendige detaillierte Untersuchungen des Untergrunds werden durchgeführt, die Unterlagen für die Genehmigungen zum Bau des Stollens vorbereitet und bei der Hessischen Bergaufsicht eingereicht. Diese prüft die Unterlagen und beteiligt u.a. erneut die betroffenen Gemeinden. Erst wenn die Genehmigungen erteilt sind, kann die Errichtung des Stollens beginnen.
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Das Projekt GeoLaB bietet verschiedene Informationsangebote wie diese Webseite und einen Newsletter. Hier berichten wir über Aktuelles, liefern aber beispielsweise auch Hintergrundinformationen in Form von Reportagen zum Thema Geothermie.
Mit öffentlichen Veranstaltungen wie Informationsabenden oder der Teilnahme an Märkten suchen wir den Austausch mit Bürgerinnen und Bürgern. Informationen zu vergangenen und aktuellen Veranstaltungen finden Sie hier.
Darüber hinaus bietet GeoLaB immer wieder Exkursionen zu den Orten der Erkundung (Baustelle Erkundungsbohrung, Messkampagne) an, damit interessierte Bürgerinnen und Bürger direkt vor Ort dabei sein und Fragen an das Projektteam stellen können.
Weitere Formate für verschiedene Zielgruppen (z.B. Schülerinnen und Schüler) dienen der Wissensvermittlung und dem Austausch. So waren beispielsweise Ende Juni 2025 Schulklassen zu einer Baustellenbesichtigung auf der Tromm eingeladen.
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Sollte die Entscheidung über die wissenschaftliche Eignung des Untergrundes positiv ausfallen, startet die Planungs- und Genehmigungsphase des GeoLaB-Projekts (siehe oben). Im Rahmen dessen werden konkrete Fragen zum Betrieb des Felslabors und zu dessen Bau kritisch von den Genehmigungsbehörden geprüft. Zentral ist dabei die Untersuchung geeigneter Standorte. Hier möchten wir gern die Kommunen, insbesondere die potenziell betroffenen Anwohnenden, in den Umsetzungsprozess einbeziehen und transparent über den jeweiligen Stand informieren.
Da uns Transparenz und Dialog wichtig sind, eruieren wir zu Beginn der Planungs- und Genehmigungsphase in Abstimmung mit der Genehmigungsbehörde die Möglichkeit, Bürgerinnen und Bürger frühzeitig einzubeziehen.
Zudem werden sämtliche im Rahmen von GeoLaB erhobenen wissenschaftlichen Daten nach den FAIR-Prinzipien – also auffindbar, zugänglich, interoperabel und wiederverwendbar – behandelt. Wie in der Wissenschaft üblich, werden die Daten jedoch zunächst qualitätsgeprüft, bevor sie transparent, nachvollziehbar und verantwortungsvoll verfügbar gemacht werden.
Zur Kommunikation nutzen wir eine Vielzahl von Kanälen: unsere Website, Newsletter, Social-Media-Auftritte auf Facebook und Instagram, Flyer an alle, persönliche Gespräche, spezifische Flyer zu einzelnen Messkampagnen sowie Informations- und Dialogveranstaltungen.
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Der Schutz des Wassers hat im GeoLaB-Projekt höchste Priorität. Es soll sichergestellt werden, dass während der gesamten Projektlaufzeit Menge und Qualität der Wasserressourcen (Grund-, Quellwasser und Fließgewässer) in der Tromm-Region geschützt sind. Auch die zuständigen Behörden stellen hohe Anforderungen. Um diesen gerecht zu werden, sind umfassende Messungen, Modelle und Kontrollen notwendig. Nur so können eventuelle Einflüsse rechtzeitig erkannt und Gegenmaßnahmen eingeleitet werden.
Ein Team der TU Darmstadt führt daher ein umfassendes „hydrogeologisches Monitoring“ mit zahlreichen Messungen und Untersuchungen durch. Diese Messungen liefern Daten zu Wasserressourcen, Wasserflüssen und -qualität in der Tromm-Region. Über zwei hydrogeologische Jahre hinweg werden diese Daten systematisch aufgezeichnet (Herbst 2025 bis Herbst 2027). Später erfolgt eine fortlaufende Überwachung. So werden der Ist-Zustand erfasst, Konzepte zur Risikominimierung erstellt und mögliche Veränderungen erkannt.
Die TU Darmstadt, als Einrichtung mit der vermutlich größten regionalen Expertise in diesem Bereich, übernimmt die Datenerhebung und erstellt das fachliche Überwachungskonzept. Die TU Darmstadt beginnt schon jetzt damit, um später die bestmögliche Bewertungsbasis zu haben. Konzept und bis dahin erhobene Daten werden anschließend in einem Genehmigungsprozess den zuständigen Behörden zur Prüfung und Bewertung vorgelegt werden. Die Entscheidungen über die Bewertung der Daten und das weitere Vorgehen liegen ausschließlich bei den Genehmigungsbehörden. Weder das KIT noch die TU Darmstadt treffen diese Entscheidungen.
Diese Aktivitäten werden in Abstimmung mit den lokalen Wasserversorgern, Wassermeistern der Gemeinden und den Forstämtern geplant. Selbstverständlich werden die erhobenen Daten an diese Akteure weitergegeben, damit auch das Wassermanagement in der Region davon profitieren kann.
Nähere Informationen zum Thema sind in unserem Flyer zu finden.
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Die Errichtungsphase des Forschungslabors wird temporär Auswirkungen auf Anwohnende haben. So wird der Verkehr durch LKW zeitweise erhöht sein. Wir werden in Abstimmung mit den Behörden und Kommunen Lösungen suchen, die für die lokale Bevölkerung möglichste geringe Auswirkungen bedeuten. Prinzipiell gilt: Das Vorhaben wird alle gesetzlichen Grenzwerte und sonstigen Auflagen - wie bei jedem anderen Bauprojekt - einhalten.
Noch steht kein Standort fest – weder in Zotzenbach, noch irgendwo anders im GeoLaB-Erkundungsgebiet. Im Zuge der Standortfindung werden genau diese Aspekte berücksichtigt und diese Fragen mit großer Sorgfalt geklärt werden.
Fest steht aber schon jetzt: GeoLaB muss von der Behörde genehmigt werden, die alle relevanten Belange sorgfältig prüfen wird. Alle etwaigen Auflagen der Behörde werden von GeoLaB selbstverständlich umgesetzt. Generell ist für uns ein schonender Umgang mit Ressourcen und ein minimaler Eingriff in Natur und Landschaft ein zentrales Anliegen.
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Auch die langfristigen Auswirkungen des GeoLaB-Forschungslabors sind Gegenstand des Planungs- und Genehmigungsprozesses. Da das Forschungslabor unter Tage liegen wird und dort auch die Forschungstätigkeiten stattfinden werden, sind im eigentlichen Forschungsbetrieb nur wenige Auswirkungen zu erwarten. Diese werden während der Betriebsphase konstant und engmaschig beobachtet, z.B. hydrogeologisch in Bezug auf das Wasser und seismisch in Bezug auf Bodenerschütterungen.
Temporäre sichtbare und spürbare Auswirkungen wird dagegen die Errichtungsphase des Forschungslabors haben. Der Bau wird zeitweise Auswirkungen auf Anwohnende und die Umwelt haben. Dabei werden alle gesetzlichen Grenzwerte und sonstigen Auflagen - wie bei jedem anderen Bauprojekt auch - eingehalten.
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Bürgerinnen und Bürger, die von einem Bergschaden betroffen sind, haben einen Anspruch auf Ersatz des Schadens durch den verursachenden Bergbauunternehmer oder den Inhaber der zugrundeliegenden Bergbauberechtigung (hier KIT). Das gilt auch für die Durchführung der Seismik, die Erkundungsbohrungen oder die geophysikalische Messkampagne.
Weiterführende Informationen:
Lexikon der Geothermie, Bundesverband Geothermie: www.geothermie.de/bibliothek/lexikon-der-geothermie/b/bergschadensvermutung
Bundesberggesetz: Gesetzte im Internet: www.gesetze-im-internet.de/bbergg/
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Im Felslabor soll so lange wie möglich geforscht werden. Die Helmholtz-Gemeinschaft als verantwortliche Forschungsorganisation verpflichtet sich zunächst für zehn Jahre, den Forschungsbetrieb aufrecht zu erhalten. Wünschenswert ist aber eine längere Nutzung für die Forschung. GeoLaB wird – wie die meisten Untertagelabore – als längerfristiger wissenschaftlicher Experimentierraum angelegt, um einen breiten, nachhaltigen wissenschaftlichen Impact zu erzielen. Das Felslabor Äspö (Schweden) wird z.B. seit 1995 betrieben, das Black Forest Observatory (Schwarzwald; KIT / Uni Stuttgart) seit 1972.
Das KIT übernimmt die Verantwortung für das Untertagelabor GeoLaB ab dem Zeitpunkt der behördlichen Genehmigung. Jede Änderung der Nutzung oder eine neue Nutzung kann ausschließlich im Rahmen eines erneuten Genehmigungsprozesses umgesetzt werden. Soll der Stollen zu einem späteren Zeitpunkt stillgelegt oder übergeben werden, erfolgt dies auf Grundlage eines Abschlussbetriebsplans sowie eines Zukunftsplans; wie üblich werden dabei die Stellungnahmen der öffentlichen Belange einbezogen. Das KIT hat als Forschungseinrichtung selbstverständlich keine Gewinnorientierung bei seinem Handeln.
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Seit Juni 2024 unterliegen Teile des Gebietes, in denen GeoLaB forscht, Vorgaben aus der Allgemeinverfügung des Landkreises Bergstraße zur Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest (ASP).
Für die Umsetzung unserer Messkampagnen und aller weiteren Aktivitäten stehen wir im Austausch mit der Allgemeinen Veterinärverwaltung des Kreises Bergstraße. Die einzelnen Messkampagnen und Maßnahmen werden auf Durchführbarkeit geprüft. Für uns bedeutet das, dass wir Messkampagnen gegebenenfalls anpassen. Die Durchführung wird für jede einzelne Maßnahme vom Veterinäramt freigegeben. Erst dann können die Messkampagnen unter Einhaltung der vom Veterinäramt auferlegten Regeln durchgeführt werden.