Fragen & Antworten
...rund um das GeoLaB-Projekt
-
Auszug aus dem Endlagersuche-Navigator der BGE mit dem Erkundungsgebiet von GeoLaB und dem GeoLaB-Bohrplatz
Die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) hat am 3.11.2025 die neuen Arbeitsstände zur Endlagersuche veröffentlicht. Im GeoLaB-Erkundungsgebiet haben sich Änderungen ergeben.
In der aktualisierten Bewertung wurde der Tromm-Rücken (vor allem Gemarkung Grasellenbach und Wald-Michelbach) der Kategorie C zugeordnet – also als Gebiet mit keiner odergeringer Eignung für eine sichere Endlagerung eingestuft.
Welche Informationen kann man aus der Karte der BGE ziehen?
Der Auszug aus dem Endlagersuche-Navigator der BGE (s. Karte oben) zeigt: Das Erkundungsgebiet von GeoLaB liegt fast vollständig in Bereichen, die bei der Endlagersuche nicht weiter betrachtet werden. In der Karte erkennt man das gut, wenn man den GeoLaB-Bohrplatz, von dem aus die Erkundungsbohrungen durchgeführt wurden, und den Bereich der GeoLaB-Erkundungen in die Karte einzeichnet. Beide liegen fast ausschließlich in gelben (Kategorie C) oder hellgrauen Bereichen (von der Suche ausgeschlossen). Beide Farben bedeuten: Diese Bereiche wurden als ungeeignet eingestuft.
Der im Westen angrenzende Bereich, der hauptsächlich das Weschnitz-Tal umfasst, bleibt hingegen Teil eines Gebietes, das weiterhin im Auswahlverfahren ist (türkis). Die BGE untersucht dieses Gebiet in weiteren Prüfschritten hinsichtlich seiner Eignung für eine sichere Endlagerung und bewertet es dabei anhand zusätzlicher Kriterien. Dabei können laut Navigator "Bereiche auch zukünftig noch den Kategorien D oder C zugeordnet werden".
Was heißt das in Bezug auf GeoLaB?
GeoLaB und die Endlagersuche sind zwei komplett unabhängige Prozesse.
- Die Endlagersuche für die sichere Lagerung von Atommüll für 1 Mio. Jahre läuft bundesweit nach strengen, einheitlichen Kriterien ab.
- Bisher werden die Teilgebiete von der BGE nur rein geologisch, ohne weitere planerische oder wirtschaftliche Aspekte betrachtet.
- Das GeoLaB-Team von KIT, GFZ, UFZ und der TU Darmstadt hat keinen Einblick in die Daten der BGE und ist nicht an der Auswahl von Endlagerstandorten beteiligt.
GeoLaB untersucht nur einen kleinen Bereich der Tromm und zwar mit dem Ziel, ein Forschungslabor für tiefe Geothermie aufzubauen. Dafür sucht es Bereiche mit Klüften.
Die von GeoLaB im Tromm-Bereich gewonnenen Daten gelten ausschließlich für diesen erkundeten Bereich. Denn das Weschnitz-Tal unterscheidet sich geologisch von der Tromm. (Unter der Tromm liegt der Tromm-Pluton, unter dem Weschnitz-Tal der Weschnitz-Pluton - das sind zwei unterschiedliche Gesteinskörper.) Daten, die im Trommgebiet gewonnen werden, lassen sich deshalb aus wissenschaftlicher Sicht nicht auf den türkisenen Bereich des Weschnitz-Tals übertragen.
Die GeoLaB-Erkundungsdaten könnten – wie alle in Deutschland erhobenen Geodaten – von der BGE im Rahmen der Endlagersuche verwendet werden. Sie wurden aber aufgrund der unterschiedlichen Zeitpläne der Prozesse nicht von der BGE berücksichtigt – weder für die Kategorisierung des gelben noch des türkisenen Bereichs im Kartenausschnitt.
Fakt ist also: Die während der GeoLaB-Erkundung gewonnenen Daten beziehen sich auf Bereiche, die von der BGE schon als ungeeignet bewertet wurden (gelbes und hellgraues Gebiet). Und sie erlauben aus wissenschaftlicher Sicht keine Rückschlüsse auf das westlich angrenzende Gebiet (türkis).
Und ganz wichtig: Eine Umwandlung des geplanten Geothermie-Forschungslabors in ein Endlager ist nach wie vor gesetzlich ausgeschlossen. Zudem spricht nun ein weiterer Punkt gegen die vielfach befürchtete Umwandlung von GeoLaB in ein Endlager: Die BGE hat den Tromm-Rücken als für die Endlagerung nicht geeignet eingestuft.
-
GeoLaB (Geothermielabor im Bergwerk) ist ein Forschungsprojekt zur zukünftigen Nutzung von Erdwärme (Geothermie) aus dem kristallinen Gestein. Mit GeoLaB soll in einem Forschungslabor unter der Erde erforscht werden, wie diese Wärmequelle sicher und nachhaltig genutzt werden kann. Das Projekt ist in verschiedene Phasen gegliedert: Am Anfang steht die Erkundungsphase (auch Aufsuchungsphase genannt), in der der Untergrund genauer untersucht wird und geprüft wird, ob der Standort für das Forschungslabor überhaupt geeignet ist. Sollte die Entscheidung für die Tromm-Region ausfallen (dies ist für das späte Frühjahr 2026 geplant), beginnt die Planungs- und Genehmigungsphase. Im Falle einer Genehmigung schließen sich - voraussichtlich ab 2029 - Errichtungsphase und Betriebsphase an.
-
Das weltweit größte Potenzial für die Geothermie liegt im kristallinen Gestein. Um die Wärme tief unter der Erdoberfläche in diesem weniger durchlässigen Gestein besser und vor allem sicher nutzen zu können, ist noch Grundlagenforschung notwendig. Deshalb wurde GeoLaB ins Leben gerufen.
Ziel des Projekts ist es, die Nutzung der Geothermie zu erforschen und neue Technologien zu entwickeln, um bei der Wärmeversorgung unabhängiger von Öl und Gas zu werden. Außerdem trägt GeoLaB dazu bei, die geologischen und hydrogeologischen Eigenschaften der Region Tromm besser zu verstehen. So wird beispielsweise mit dem hydrologischen Monitoring bereits ab der Aufsuchungsphase der Wasserkreislauf der Tromm intensiv untersucht.
-
Geoenergie ist ein bedeutender Baustein im globalen Wandel hin zu einer klimaneutralen Energieversorgung. Die Geothermie spielt hierbei eine Schlüsselrolle, da sie – anders als Wind- oder Solarenergie – ohne großen Flächenbedarf auskommt, unabhängig von Wind und Wetter ist und Speichermöglichkeiten bietet. Um diese Energiequelle sicher und nachhaltig zu nutzen und in die Wärmeversorgung zu integrieren, ist umfassende Forschung notwendig.
Wie immer bei der Erforschung eines komplexen Themas erfordert auch die Weiterentwicklung der Geothermie einen langen Atem und die Zusammenarbeit vieler Forschungsteams – ähnlich wie die Photovoltaik-Technologie, die über Jahrzehnte hinweg durch kontinuierliche Forschung und Verbesserungen zu einer effizienten und weit verbreiteten erneuerbaren Energiequelle geworden ist. Unterschiedliche Forschungsteams gehen oft mit verschiedenen Herangehensweisen und Ideen an die Fragestellungen heran. Jedes Team trägt durch seine Arbeit dazu bei, dass am Ende innovative Lösungen entstehen.
Das Forschungsprojekt GeoLaB ist Teil einer international vernetzten Forschungslandschaft, die durch den ständigen Austausch von Erkenntnissen große Fortschritte ermöglicht. Deutschland kann dabei eine Vorreiterrolle einnehmen und wichtige Beiträge leisten zur Nutzung der enormen Energiemenge, die tief im kristallinen Gestein verborgen liegt.
Neben dem ökologischen Nutzen birgt die großflächige Nutzung von Geothermie auch wirtschaftliches Potenzial, indem neue Arbeitsplätze geschaffen, Fachkräfte ausgebildet und Wertschöpfungsketten aufgebaut werden können. Die GeoLaB-Forschung spielt somit nicht nur eine wichtige Rolle für die Wärmewende, sondern kann auch zur wirtschaftlichen Entwicklung Deutschlands beitragen.
-
Die Erschließung der Geothermie beinhaltet viele verschiedene Bereiche: von den Gesteinen, die den Wärmeschatz bergen, über technische Komponenten wie die Bohrung, Pumpe oder Wärmetauscher und wirtschaftlichen Fragestellungen bis zur Politik und Gesellschaft, die diese Energie nutzen möchte. Die Geothermie-Nutzung lässt sich deshalb auch als ein umfangreiches sozio-technisches System verstehen.
Ein solches System erfordert vielfältige Forschung auf ganz verschiedenen Gebieten: Die Förderungstechnologie soll umweltfreundlich sein, Pumpen müssen auf die neuen Anforderungen angepasst werden, Bohrungen sollen so sicher wie möglich sein, Regularien müssen erarbeitet werden und die Wärme soll effizient zu den Verbraucherinnen und Verbrauchern gebracht werden.
Deshalb ist in der Geothermie-Forschung die Zusammenarbeit ganz unterschiedlicher Disziplinen notwendig. Dazu gehören die Geowissenschaften, die Naturwissenschaften wie die Physik, die Materialwissenschaften, Verfahrenstechnik und der Maschinenbau, die Informatik und die Sozialwissenschaften.
Außerdem kann ein solch umfangreiches Forschungsthema nicht von einzelnen Forschungsteams und nicht nur in einem Labor bearbeitet werden. Zum Beispiel erfordert die technische Anforderung an die Geothermie, auf unterschiedlichen Untergründen anwendbar zu sein, auch die Erforschung unterschiedlicher Gesteine unter verschiedenen Rahmenbedingungen. Deshalb ist das GeoLaB-Team im ständigen Austausch mit den Teams anderer Untertagelabore und Forschungsbohrungen weltweit. Eine Erforschung von mehreren Teams in unterschiedlichen Laboren erhöht zudem die Geschwindigkeit der Technologieentwicklung und – besonders wichtig – auch die Sicherheit einer neuen Technologie!
Die Forschung in GeoLaB sorgt dafür, dass ein weiteres wichtiges Puzzleteil in das große Bild der klimaschonenden Energiegewinnung mit Geothermie eingefügt wird.
-
Im Tromm-Gesteinsmassiv des Odenwalds liegt das kristalline Gestein besonders nahe an der Oberfläche und lässt sich deshalb voraussichtlich gut untersuchen. So lassen sich im geplanten Forschungslabor Vorgänge direkt beobachten, die bei der Nutzung von Erdwärme normalerweise tief unter der Erdoberfläche im Verborgenen stattfinden. Ob diese Vermutungen zutreffen und sich der Odenwald tatsächlich so gut für das Forschungslabor eignet, wird in der Aufsuchungsphase untersucht. Erst danach fällt die endgültige Entscheidung über den Standort Tromm für das GeoLaB.
-
Seit Juni 2024 unterliegen Teile des Gebietes, in denen GeoLaB forscht, Vorgaben aus der Allgemeinverfügung des Landkreises Bergstraße zur Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest (ASP).
Für die Umsetzung unserer Messkampagnen und aller weiteren Aktivitäten stehen wir im Austausch mit der Allgemeinen Veterinärverwaltung des Kreises Bergstraße. Die einzelnen Messkampagnen und Maßnahmen werden auf Durchführbarkeit geprüft. Für uns bedeutet das, dass wir Messkampagnen gegebenenfalls anpassen. Die Durchführung wird für jede einzelne Maßnahme vom Veterinäramt freigegeben. Erst dann können die Messkampagnen unter Einhaltung der vom Veterinäramt auferlegten Regeln durchgeführt werden.
-
Diese Frage können wir in der aktuellen Aufsuchungsphase von GeoLaB noch nicht beantworten. Die Ergebnisse aller Untersuchungen der Aufsuchungsphase werden in einem wissenschaftlichen Standortgutachten zusammengefasst. Die Entscheidung über die geologische Eignung der Tromm-Region ist für das späte Frühjahr 2026 geplant. Fällt diese Entscheidung positiv aus, kann danach ein Zielgebiet innerhalb der Tromm für das Untertage-Labor identifiziert werden. Dann werden die Weichen für die nächste Phase, die Planungs- und Errichtungsphase, gestellt.
Die Errichtungsphase des Forschungslabors wird temporär Auswirkungen auf Anwohnende haben. So wird der Verkehr durch LKW zeitweise erhöht sein. Wir werden in Abstimmung mit den Behörden und Kommunen Lösungen suchen, die für die lokale Bevölkerung möglichste geringe Auswirkungen bedeuten. Prinzipiell gilt: Das Vorhaben wird alle gesetzlichen Grenzwerte und sonstigen Auflagen - wie bei jedem anderen Bauprojekt auch - einhalten.
-
Grundsätzlich sind beide Regionen, der Odenwald und der Schwarzwald, für die Erforschung des kristallinen Gesteins geeignet, da dieses dort in weiten Teilen oberflächennah auftritt.
Die Erkundung eines Gebietes mit der Prüfung, ob der Standort für das Forschungslabor geeignet ist, ist aufwändig und teuer. Das lässt sich jeweils nur für ein Gebiet durchführen. Die Entscheidung hängt von unterschiedlichen wissenschaftlichen Kriterien, aber auch den politischen Rahmenbedingungen ab. Logistisch besticht der Standort durch eine günstige Anbindung an die koordinierenden Forschungseinrichtungen. Die Arbeiten in GeoLaB konzentrieren sich daher derzeit auf die Tromm, wobei der Schwarzwald weiterhin nicht grundsätzlich ausgeschlossen wird.
-
Seit 2024 befindet sich das Projekt in der Aufsuchungsphase und das Gebiet der Tromm wird erkundet: Wie ist die Tromm geologisch aufgebaut ist und ist das Gesteinsmassiv für das Geothermie-Forschungslabor geeignet? Um in den Berg „hineinschauen“ zu können, wurden und werden auf dem Trommrücken verschiedene Erkundungsmaßnahmen durchgeführt:
- Seismik: Mit Hilfe von Schallwellen, die durch Vibration erzeugt werden, wird die Geologie untersucht (Seismik). Messgeräte (Geophone) nehmen hierbei die reflektierten Wellen auf.
- Erkundungsbohrungen: Bei Erkundungsbohrungen wird von der Oberfläche mit Bohrgeräten in die Tiefe gebohrt, um die geologischen Schichten genauer zu erkunden. Bisher (Stand Dezember 2025) haben zwei Bohrungen stattgefunden: Die erste Erkundungsbohrung führte senkrecht 500 Meter von der Tromm in die Tiefe. Bei dieser Bohrung wurden auf der gesamten Strecke Bohrkerne gewonnen. Die zweite Erkundungsbohrung wurde vom gleichen Bohrplatz aus durchgeführt, allerdings mit einem leichten Winkel mehr als 700 Meter schräg in den Untergrund.
Ziel der zweiten Bohrung war es, zu prüfen, ob die Erkenntnisse aus der ersten Bohrung auch für einen größeren Bereich gelten, und hydraulische und strukturelle Eigenschaften noch besser zu verstehen. Nach der Bohrung wurden auch hier Tests und umfangreiche Messungen im Bohrloch durchgeführt. Deshalb werden auch nach Abschluss dieser zweiten Bohrung die gewonnenen Daten analysiert.
- Mit weiteren geophysikalischen Messungen werden elektrische und magnetische Eigenschaften des Untergrundes bestimmt (Geoelektrik und Geomagnetik). Dazu kommt noch die Untersuchung der Dichte der Gesteine über die Schweremessung (Gravimetrie).
Die Ergebnisse aller Untersuchungen der Aufsuchungsphase werden in einem wissenschaftlichen Standortgutachten zusammengefasst. Die Entscheidung über die geologische Eignung der Tromm-Region ist für das späte Frühjahr 2026 geplant. Wenn das Gebiet für das Forschungslabor geeignet sein sollte, startet ab 2026 die Errichtungsphase mit einem längeren Planungs- und Genehmigungsprozess. Der mögliche Stollen soll dann von der Seite in das Gesteinsmassiv hineingebaut werden.
-
GeoLaB ist ein Projekt der Helmholtz-Gemeinschaft, der größten deutschen Forschungsorganisation. Sie fördert und finanziert Forschung in verschiedenen Bereichen, darunter Energie und Umwelt.
Koordiniert wird das Projekt vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT). Helmholtz-Partner sind das Deutsche GeoForschungsZentrum Potsdam (GFZ) und das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung Leipzig (UFZ). Von dort kommen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den Bereichen Geologie, Hydrogeologie und Geophysik in die Region.
Die TU Darmstadt und die BGE vervollständigen den Forschungsverbund: Die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) ist als Kooperationspartner beteiligt, um Erfahrungen beim Aufbau untertägiger Infrastrukturen zu sammeln. Die Beteiligung der BGE endet mit der Inbetriebnahme. Am konkreten GeoLaB Standort wird kein Endlager errichtet werden. Die Technische Universität (TU) Darmstadt bringt ihre regionale geowissenschaftliche, insbesondere hydrogeologische Expertise in GeoLaB ein.
-
Die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) ist in der Aufsuchungs- und Errichtungsphase als Kooperationspartner beteiligt, um Erfahrung im Aufbau von Untertageinfrastrukturen zu sammeln. Die Beteiligung der BGE an GeoLaB endet mit der Inbetriebnahme des Forschungslabors. Am konkreten GeoLaB Standort wird kein Endlager errichtet werden. Der gesetzlich geregelte Auswahlprozess für ein Endlager verläuft unabhängig von der Grundlagenforschung der BGE mit GeoLaB.
Weitere Informationen: Neue BGE-Einstufung zur Endlagersuche
Das BGE-Standortauswahlverfahren -
GeoLaB ist ein Projekt der Helmholtz-Gemeinschaft, der größten deutschen Forschungsorganisation. Das Projekt GeoLaB wird mit rund 35 Millionen Euro vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert. 15 Millionen Euro steuert die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) bei.
Mit diesem Geld werden die Aufsuchungsphase, die Errichtung und der Betrieb von GeoLaB finanziert. Die Forschung in GeoLaB erfolgt projektbasiert durch unterschiedliche öffentliche Förderungen.
-
Der Genehmigungsprozess verläuft als mehrstufiger Prozess im Rahmen des Bundesberggesetzes (BbergG) mit schrittweiser Einzelzulassung. Prüfungen und Genehmigungen erfolgen durch die Hessische Bergaufsicht (RP Darmstadt / Abteilung Umwelt Wiesbaden / Dezernat IV/Wi 44 Bergaufsicht).
Am 15.02.2024 wurde dem KIT die Aufsuchungserlaubnis für das Erlaubnisgebiet Tromm erteilt.
Dabei handelt es sich lediglich um das grundlegende Recht, in einem festgelegten Gebiet einen bestimmten Rohstoff aufsuchen zu dürfen. Es werden dem Inhaber der Aufsuchungserlaubnis noch keine technischen Maßnahmen gestattet. Mit ihr verbunden ist ein Arbeitsprogramm, das der geologischen Erkundung des Erlaubnisgebietes dient.
Im Juli 2024 wurde die bergrechtliche Betriebsplanzulassung für die Erkundung beantragt und im September 2024 genehmigt. Diese Zulassung beinhaltet die Beantragungen von Seismik-Kampagnen, geophysikalischen Untersuchungen wie Geoelektrik, Geomagnetik und Gravimetrie, zwei Erkundungsbohrungen sowie hydrogeologische Beobachtungsmessungen.
Im Rahmen des Verfahrens hört die Hessische Bergaufsicht Fachbehörden und die Träger öffentlicher Belange (u.a. die betroffenen Gemeinden, aber auch Naturschutzverbände) an. Die Gemeinden sind zur Abgabe einer Stellungnahme berechtigt. Das Zulassungsverfahren beinhaltet u.a. die Prüfung der Zuverlässigkeit und vorhandener Fachkenntnisse des Betreibers, die Prüfung nach dem Wasserrecht, dem Imissionsschutzrecht (zu möglichen Lärm- und Schadstoffbelastungen) und dem Naturschutzrecht. Die Hessische Bergaufsicht erstellt und veröffentlicht den Zulassungsbescheid.
Fällt die Prüfung für den Standort Tromm positiv aus, startet ab 2026 die Planungs- und Genehmigungsphase im GeoLaB-Projekt: Umfangreiche Planungen und hierzu notwendige detaillierte Untersuchungen des Untergrunds werden durchgeführt, die Unterlagen für die Genehmigungen zum Bau des Stollens vorbereitet und bei der Hessischen Bergaufsicht eingereicht. Diese prüft die Unterlagen und beteiligt u.a. erneut die betroffenen Gemeinden. Erst wenn die Genehmigungen erteilt sind, kann die Errichtung des Stollens beginnen.
-
Bürgerinnen und Bürger, die von einem Bergschaden betroffen sind, haben einen Anspruch auf Ersatz des Schadens durch den verursachenden Bergbauunternehmer oder den Inhaber der zugrundeliegenden Bergbauberechtigung (hier KIT). Das gilt auch für die Durchführung der Seismik, die Erkundungsbohrungen oder die geophysikalische Messkampagne.
Weiterführende Informationen:
Lexikon der Geothermie, Bundesverband Geothermie: www.geothermie.de/bibliothek/lexikon-der-geothermie/b/bergschadensvermutung
Bundesberggesetz: Gesetzte im Internet: www.gesetze-im-internet.de/bbergg/
-
Das Projekt GeoLaB bietet verschiedene Informationsangebote wie diese Webseite und einen Newsletter. Hier berichten wir über Aktuelles, liefern aber beispielsweise auch Hintergrundinformationen in Form von Reportagen zum Thema Geothermie.
Mit öffentlichen Veranstaltungen wie Informationsabenden oder der Teilnahme an Märkten suchen wir den Austausch mit Bürgerinnen und Bürgern. Informationen zu vergangenen und aktuellen Veranstaltungen finden Sie hier.
Darüber hinaus bietet GeoLaB immer wieder Exkursionen zu den Orten der Erkundung (Baustelle Erkundungsbohrung, Messkampagne) an, damit interessierte Bürgerinnen und Bürger direkt vor Ort dabei sein und Fragen an das Projektteam stellen können.
Weitere Formate für verschiedene Zielgruppen (z.B. Schülerinnen und Schüler) dienen der Wissensvermittlung und dem Austausch. So waren beispielsweise Ende Juni 2025 Schulklassen zu einer Baustellenbesichtigung auf der Tromm eingeladen.