Nächste Schritte
Das Projekt GeoLaB gliedert sich in mehrere Projektphasen: Mit der Entscheidung zur geologischen Eignung ist die Erkundungsphase abgeschlossen, daran schließt sich die Planungs- und Genehmigungsphase an. Danach folgen - eine behördliche Genehmigung vorausgesetzt - Stollenbau und Testbetrieb, bevor der eigentliche Forschungsbetrieb geplant ist.
Planungs- und Genehmigungsphase
Die Erkundungsphase hat gezeigt, dass das Trommgebiet ein geeigneter Forschungsstandort ist. Ein genauer Standort steht aber noch nicht fest. Nun beginnen die konkrete Planung des Felslabors und anschließend ein umfangreicher Genehmigungsprozess. Die Beteiligten suchen einen genauen Ort für den Zugangsstollen und planen die Infrastrukturen an der Oberfläche und im Untergrund, angepasst an die lokalen Bedingungen. Alle Bauwerke plant das GeoLaB-Team so, dass die Belastungen für die Menschen und die Natur möglichst gering bleiben. Das bereits gestartete großflächige Monitoring zum Schutz von Trink- und Grundwasser wird fortgesetzt.
Im Rahmen der Planungen nimmt das GeoLaB-Team weitere Erkundungsbohrungen und geophysikalische Untersuchungen vor, über die hier regelmäßig informiert wird. Es werden umfangreiche Genehmigungen benötigt. Die Genehmigung verläuft als mehrstufiger Prozess im Rahmen des Bundesberggesetzes (BbergG). Prüfungen und Genehmigungen erfolgen durch die Hessische Bergaufsicht.
Geophysik
Im Juli und August 2026 finden im Trommgebiet - wie bereits im November 2025 - geophysikalische Messungen statt – konkret Geoelektrik und Gravimetrie. Die Messungen verursachen keine spürbaren Effekte oder Lärmbelästigung.
Mit der Geoelektrik wird der elektrische Widerstand bzw. die Leitfähigkeit des Untergrunds gemessen. Diese Daten liefern ein genaueres Bild der geologischen Strukturen des Untergrunds. Für die Messungen werden mehrere lange Kabelstrecken verlegt: Auf ca. 18 Kilometern Strecke werden Elektroden im Abstand von 10 Metern platziert, auf weiteren ca. 3,8 Kilometern Strecke im Abstand von 20 Metern. Die Elektroden werden nur für wenige Stunden in den Boden eingebracht und anschließend wieder entfernt.
Gravimetrische Messungen geben Aufschluss über die Dichteverteilung im Untergrund. Dabei kommen tragbare Messgeräte zum Einsatz, mit denen punktuell an rund 1.000 Messpunkten gemessen wird.
Die Untersuchungen bauen auf den Ergebnissen der ersten beiden Kampagnen auf. Dabei konnte das Forschungsteam einen ersten Einblick in den Untergrund gewinnen sowie geologische und hydrogeologische Strukturen identifizieren. Diese werden in der aktuellen Messkampagne mit einer höheren Messpunktdichte detaillierter untersucht. Weitere Informationen zur Messkampagne finden Sie in diesem Flyer.
Erkundungsphase (bis April 2026)
Seismik-Truck im Einsatz auf der Tromm. © GFZ
Bohrplatz mit Schallschutzwand auf der Tromm. © KIT
In der Erkundungsphase führten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler oder von ihnen beauftragte Fachfirmen in 2024 und 2025 Untersuchungen bei Wald-Michelbach, Grasellenbach und Rimbach durch. Dabei sollte die Frage geklärt werden: Eignet sich die Gegend rund um die Tromm geologisch tatsächlich für das Forschungslabor? Die Ergebnisse aller Untersuchungen wurden wissenschaftlich bewertet. Mit der Entscheidung zur geowissenschaftliche Eignung der Tromm-Region für die Geothermie-Forschung wurde die Erkundungsphase abgeschlossen.
Es fanden und finden verschiedene Untersuchungen statt, die jeweils von der Hessischen Bergaufsicht genehmigt worden sind:
» Hydrologisches Monitoring: Probennahme und weitere Messstellen rund um das Thema Wasser zur hydrogeologischen und hydrochemischen Datenermittlung
» Seismisches Monitoring: passive Überwachung der Bodenerschütterung durch Seismometer-Messstellen
» Seismik: Der Untergrund wurde mit Hilfe von Schallwellen, die durch Vibration erzeugt werden, untersucht.
» Geophysikalische Messungen: Mit weiteren Messkampagnen wurden beispielsweise elektrische und magnetische Eigenschaften des Untergrundes bestimmt.
» Erkundungsbohrungen: Zudem wurde von der Tromm in die Tiefe gebohrt, um die geologischen Schichten noch genauer zu erkunden.