Rimbachs Bürgermeister Holger Schmitt bezeichnete die Informationsveranstaltung als einen wichtigen Baustein für Transparenz und Information der Öffentlichkeit – auch mit Blick auf die anstehende nächste Projektphase. „Wir aus der Politik und der Verwaltung von Rimbach und den umliegenden Gemeinden verfolgen die Entwicklungen sehr interessiert und werden uns auch weiter mit kritischem Blick einbringen“, so Schmitt in seinen Begrüßungsworten.
Im fachlichen Vortragsteil der Veranstaltung gab GeoLaB-Projektleiter Dr. Bastian Rudolph (KIT) einen Überblick über die Bedeutung der Geothermie und die Ziele des Forschungsprojekts. Das geplante Felslabor soll es ermöglichen, geothermische Reservoir-Technologien unter realitätsnahen und zugleich kontrollierten Bedingungen zu erforschen. Die Ergebnisse sollen auf geeignete Standorte in ganz Europa übertragbar sein. Zudem erläuterte Rudolph die nächsten Schritte, nachdem Ende April die Eignung der Tromm-Region für die GeoLaB-Forschung festgestellt wurde. „Zur Vorbereitung des Genehmigungsverfahrens planen wir weitere Bohrungen und geophysikalische Untersuchungen. Außerdem suchen wir nach einem geeigneten Eingang für den Stollen. Dabei achten wir darauf, die Belastungen für Menschen und Natur während der Bauphase so gering wie möglich zu halten“, so Rudolph. Dabei ging er noch einmal explizit auf die geplanten Dimensionen des GeoLaB-Felslabors ein. Der Stollen werde aktuell mit ein bis zwei Kilometern Länge und einem Durchmesser von etwa 6 Metern geplant.
Anschließend zeigte der Hydrogeologe Prof. Dr. Christoph Schüth von der TU Darmstadt auf, dass bereits seit zwei Jahren Daten zum Thema Wasser rund um die Tromm in einem umfangreichen Messnetz erfasst werden. Dieses großflächige Monitoring werde durch bestehende langjährige Daten von Fachbehörden ergänzt und vom GeoLaB-Team kontinuierlich fortgeführt, so Schüth. So würde über die Zeit eine fundierte Grundlage für das Genehmigungsverfahren aufgebaut und mögliche Auswirkungen könnten frühzeitig erkannt werden.
Im Anschluss an die Vorträge nutzten zahlreiche Besucherinnen und Besucher die Gelegenheit, Fragen zu stellen und sich im direkten Austausch mit den Fachleuten weiter zu informieren. Der abschließende Infomarkt bot Interessierten die Möglichkeit, an Themeninseln – unter anderem zum GeoLaB-Projekt und dessen Dialogangeboten, zur Geologie der Tromm, zum Thema Wasser sowie zum digitalen Zwilling (zur Visualisierung der Forschungsdaten) – vertiefende Einblicke zu gewinnen und direkt mit den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern ins Gespräch zu kommen.
Die Veranstaltung ist Teil eines fortlaufenden Dialogprozesses mit der Öffentlichkeit, der im weiteren Planungsverlauf fortgesetzt werden soll.
Hier können Sie die Vortragsfolien von Dr. Bastian Rudolph und Christoph Schüth abrufen.